Sternzeichen Krokodil

 

Wie der Mönch am Meeere steht der Mensch.
Es dröööhnt sein Kopf … 

Im Wechselspiel von Ebbe, Fluuut
umspült Gedankenfluss das Hirnatoll.

Mit jedem Aaatemwehen geben Nymphenrufe
aus dem Rückenmark 
zu deeenken.
O der Schööönheit Sein im Denken schimmert. 

Seufzend sinkt Narziss vergeeeblich in Betrachtung.

Patmos, diese schiiiefergraue Insel, wiegt ihm schweeer.

Doch der Gedanke misst drei Pfund,
drei Zeichen ist er leicht, 
auf dem er schweeebt …
ein Ich zu haben, Ich zu sein! 

Die ruhelooosen I und C und H versprechen viel, verschwimmen wiiieder.

Schleichend wird der Kortex ausgehöööhlt, aufgefaltet, 

bis der Kopf … zerbrochen ist.
Am Ende geeeht der Geist in kühler Überlegung uuunter.
Den Verstand, den er begreifen wollte, hat er nun verloooren.

Unbemerkt entschläft das Meeenschenbild. 

Gewaltig zieht die schwarze See des Uuunbewussten es zu Grunde,

wo ein tiefrer Lebenssinn verbooorgen liegt.

Hallo und

Ich bin Marko Hamann, ein Erdzeichen, auf Kohle geboren, in Recklinghausen, 1970. Meine Vorväter sind Bergleute oder „verkehrte Astrologen“ (Novalis Schriften. Hrsg. v. L. Tieck und Fr. Schlegel, Berlin ³1815, S. 117). Gestein und Gestirn, das Mineralische und das Kosmische stehen miteinander in Beziehung.

Eine kurze Anekdote aus meinem Leben als Drei- bis Vierjähriger geht so: Eine Kassiererin fragt mich nach meinem Namen, ich antworte laut und bestimmt: „Kro-ko-dil“! Das ist mein Sternzeichen.

Im alten Ägypten ist Sobekh verehrt worden, der Krokodilgott, der unserem heutigen Tierkreiszeichen Steinbock ähnelt (H. P. Blavatsky: Die Geheimlehre. Bd. I, Kosmogenesis, Kosmische Evolution, Den Haag 1899, S. 239). Sobekh ist der Wächter an der Schwelle zwischen Tod und Leben, zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Das Krokodil lebt im Übergang von Wasser (nachts) und Land (tags). Auch das Sternzeichen Steinbock ♑ ist mit seinen Ziegenhörnern und dem sich am unteren Ende ringelnden Fischschwanz ein Mischwesen. Dasselbe gilt für den Januar. Ianus ist der römische Gott des Anfangs und des Endes. Mit einem Gesicht schaut der Doppelte ins Alte, mit dem anderen ins Neue.

fig. 12

Ich bin als Einzelkind aufgewachsen, habe aber einen Zwillingsbruder auf der anderen Seite. Mit Thomas gibt es im Mutterleib die seelische Übereinkunft, dass er kosmisch arbeitet, während ich inkarniere. Diese besondere Geist-Seelen-Konstellation findet sowohl in meinem Sternzeichen als auch im Geburtsmonat Januar ihren Ausdruck. Und sie wiederholt sich in meinem Namen:

Marko ist eine männliche Kurzform alter deutscher Vornamen mit Mark, althochdeutsch „marcha“, Grenzmark. Der deutsche Familienname Hamann ist eine Kurzform von Hanemann, was wiederum Johannesmann bedeutet. Johannes verbindet das Oben mit dem Unten.

Die Zwölf und der Eine. Mein Geburtstag ist der Zwölfte. Nach der Zwölf geht es in der Zählweise mit der Dezimation weiter. Die Zwölf (wenngleich aus dem althochdeutschen „zwelif“, „zweizehn“) ist beim Zählen im Dezimalsystem eine weitere kleine Schwelle oder Grenze, astronomisch sowieso, nach dem 12. Monat beginnt das Neujahr. Außerdem liegt der Jahreswechsel in der Mitte der zwölf heiligen Nächte nach Weihnachten.

Betrachtet man mein Geburtsdatum 12.1. spielerisch numerologisch, trennt die Ziffer Zwei die zwei Einsen links und rechts, was sinnbildlich für die Trennung der Brüder in der Dualität stehen kann oder komplementär für einen Werdegang aus der Einheit in die Doppelnatur hin zur Einheit. Dieses Eins-zwo-eins ist das Signum meiner Kosmischen Bilder.

 

Frühwerke in Öl und Aquarell, 1990-91

In den 90er-Jahren will ich in Berlin Bildende Kunst studieren. Meine Bilder lassen eine Begabung aber nur in unzureichendem Maße erkennen, sodass ich an der Freien Universität Neuere deutsche Literatur, Kunstgeschichte und Philosophie studiere mit den Schwerpunkten Erkenntnis- und Farbenlehre sowie Dichtung und Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts. Hier wird mein Denken geschult. Am Ende (M.A.) gelange ich zu der höchsten Erkenntnis: nichts zu wissen.

Zur selben Zeit vertiefe ich mich in Theosophie, Anthroposophie und Rosenkreuzertum. Ich bin von der Idee beseelt, das Oben und das Unten, Geist und Ich, Herz und Kopf wieder zu verbinden und in Einklang zu bringen:

„Wir müssen den Zwiespalt zwischen Kopf- und Herzenswissen überwinden. Wenn wir es wieder lernen, mit dem Herzen zu denken und mit dem Kopf zu fühlen, dann vollzieht sich in uns das, was die Mystik mit der „Umstellung der Lichter“ bezeichnet. Da wird jede Betrachtung von Stein, Pflanze, Tier, Mensch und Stern zu einem geistig-seelischen Eintauchen in den Gegenstand, gleichzeitig erschauend, empfindend, erfühlend, also ganzheitlich gnostisch erkennend in realer Wesenseinigung“ (A. Schult: Vom übersinnlichen Wesen des Menschen. Bietigheim: 21986, S. 55).

In der Schule des Rosenkreuzes fühle ich mich wie Emil Sinclair im Demian von Hermann Hesse:

„Von diesem Tag an ging ich im Hause ein und aus wie ein Sohn und Bruder, aber auch wie ein Liebender. Wenn ich die Pforte hinter mir schloß, ja schon wenn ich von weitem die hohen Bäume des Gartens auftauchen sah, war ich reich und glücklich. Draußen war die „Wirklichkeit“, draußen waren Straßen und Häuser, Menschen und Einrichtungen, Bibliotheken und Lehrsäle – hier drinnen aber war Liebe und Seele, hier lebte das Märchen und der Traum. Und doch lebten wir keineswegs von der Welt abgeschlossen, wir lebten in Gedanken und Gesprächen oft mitten in ihr, nur auf einem anderen Felde, wir waren von der Mehrzahl der Menschen nicht durch Grenzen getrennt, sondern nur durch eine andere Art des Sehens. Unsere Aufgabe war, in der Welt eine Insel darzustellen, vielleicht ein Vorbild, jedenfalls aber die Ankündigung einer anderen Möglichkeit zu leben. Ich lernte, ich lang Vereinsamter, die Gemeinschaft kennen, die zwischen Menschen möglich ist, welche das völlige Alleinsein gekostet haben“ (H. Hesse: Demian. Die Geschichte von Emil Sinclairs Jugend. Frankfurt am Main: 11974, S. 142).

1996 begegne ich Silke Miriam. Wir heiraten ein Jahr später und werden schnell eine Familie.